Regierung

Moritzianien ist seit dem 05.08.1828 eine parlamentarische Demokratie. Auf diese lange demokratische Kultur ist man in Moritzianien durchaus stolz, doch kann von einer einheitlichen Tradition nicht die Rede sein. Moritzianien erlebte 1848, nach nur 20 Jahren einer eher instabilen ersten Republik und beim Januaraufstand von 1888 zweimal völlige Umwälzungen der demokratischen Ordnung und des demokratischen Grundgedanken.
Dabei wurde schon 1848 die Regenerationsverfassung eingeführt, nach welcher sich die Demokratie grundlegend immer wieder zu verändern hat. Ziel war es 1848, ein System zu schaffen, welches möglichst viel Mitspracherecht für jeden schaffen sollte und seine demokratischen Elemente darin gesichert sehen sollte, dass nicht etwa die Institutionen mit Misstrauen betrachtet – sondern das gesamte System beim Scheitern verändert werden müsse.
Der Universalgelehrte Gunnar Hellslein formulierte beim Verkünden der dritten Republik am 02.02.1888 den Grundgedanken der moritzianischen Verfassung „Wenn die Demokratie scheitert, war das System nicht imstande, dem Menschen seinen Nutzen zu vermitteln, war das System offenbar nicht gut durchdacht.“
Zu diesem Zeitpunkt wurde daher die Machtverteilung im Lande neu geregelt. Seither schützen Institutionen nicht mehr die Verfassung selbst, sondern nur ihren Anspruch auf demokratische Struktur.
Seit 1848 wurden inzwischen 18 neue Verfassungen verkündet. Dabei kam es in Moritzianien zu den verschiedensten Modellen für demokratische Strukturen – von Entwürfen, bei denen fast jedes Gesetz von einer Auswahl stimmberechtigter Bürger abgesegnet wurde bis zu einem Präsidialsystem, bei dem der Präsident in bestimmten Entscheidungsbreichen kein Parlament, nur seine Minister zur Absprache benötigte.
Die Extreme in den Verfassungen wurden meist schnell wieder abgelöst und pendelten sich im Laufe der Zeit ein.
Doch für ein demokratisches System braucht es mehr als nur eine Verfassung, das wurde 1888 klar, als man die Demokratie zu einem kulturellen Wertesystem erklärte. Der Umgang mit Demokratie in allen Bereichen des Lebens stand bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts im Vordergrund. Als sich das Demokratieverhalten der Bürger im Alltag etabliert hatte, begann man ab 1962 damit, Demokratie in seinen Stärken und Schwächen zu bewerten und ihre Vor- und Nachzüge sowie ihre Gefahren zu analysieren und ebenfalls in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. Seit 1971 gibt es ab der 2ten Klasse das Schulfach „Mitmenschen einer demokratischen Gesellschaft“.
Heute basiert moritzianiens Verfassung seit 1998 auf einem schon in der Vorzeit in Moritzianien öfter verankerten Prinzip der Triregierung. In diesem System gibt es drei Presidenten, welche die Regierung relativ autoritär anführen. Es existieren keine Parteien, sondern stets Listen der Bürger, die sich zur Wahl aufstellen und in ihrem Wahlkreis zuvor mindestens 1% der Wähler für ihre Kandidatur persönlich überzeugen konnten.
Jegliche Art von Wahlwerbung ist verboten – die Kandidaten bekommen in verschiedenen Gemeinden und Städten ihres Wahlbezirks die Möglichkeit sich vorzustellen.
Das entstehende Parlament hat zwei Wochen Zeit, sich in höchstens 8 Lager zu spalten. Aus jedem Lager werden je nach Anzahl der verschiedenen Lager 3 bis 7 Vorsitzende gewählt.
Zwei Wochen nach der Wahl wählt dann, nachdem jeder der bis zu 35 Vorsitzenden sich vorgestellt und seine Ziele eröffnet hat, das Parlament daraus zwei Präsidenten und zwei Vertreter. In der Folge schlagen die beiden Präsidenten jeweils aus den verbleibenden Vorsitzenden ihre Favorisierten Ministerposten vor, die in einer weiteren Wahl vom Volk direkt gewählt werden. Ein dritter Präsident geht zudem aus dem „Parlament objektiver Interessen“ hervor, welches aus Vertretern der Judikative und der staatlichen Medien besteht.
Das Parlament hat nun nahezu nur noch die Funktion der Beratung der Regierung, sowie das Vetorecht bei kleinen Verfassungsänderungen, aber auch das sehr wichtige Recht auf ein Veto in allen Bereichen des Staatshaushalts.
Die drei Präsidenten verfügen über ein hohes Maß an Macht. Sobald sich zwei Presidenten einig sind, kann eine Gesetzveränderung herbeigeführt werden, außer es kommt zu einem Veto durch den zuständigen Minister.
Die drei Presidenten haben außerdem das Recht, ein Volksbegehren auszurufen. Das Volksbegehren kann aber auch durch Unterschriftenaktionen unter der Bevölkerung jederzeit zustande kommen, vorausgesetzt es handelt sich nicht direkt um den Staatshaushalt, dessen Hüter das Parlament ist.

Regierung seit der letzten Wahl 2006
1. President
Moritz Schurer
2. President
Moritz Picker
3. Presidentin Svenja Kragen
Außenminister
Jonas Ofberg
Ministerin für Umwelt und Naturschutz
Nathalie Olfram
Minister für Forschung und Bildung
Henri Fahrendörp
Ministerin für Familie und Gesellschaft
Lina Lee-Wächter
Minister des Inneren
Frank Helliér
Ministerin der Finanzen
Paula Yet
Ministerin für Soziales
Johanna Röhdgens
Minister für Gesundheit
Max von Moderburg
Minister für Wirtschaft
Konrad Kaspar
Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Ghunne von Hervogen
Minister der Justiz
Sascha Kiegebrügg
Minister für Raumentwicklung
Matti Zöllse
Minister für Verteidigung
Ullrich Heddenthal

Bei der nächsten Regenerationsverfassung, die vermutlich 2010 zustande kommen wird, abhängig vom Ausgang der Provinzwahlen (die Provinzregierungen und der König können die Verfassung unter bestimmten Voraussetzungen erneuern lassen), werden aufgrund des derzeit stabilen Systems nur wenige Änderungen erwartet.

Hier die Ergebnisse der letzten Presidentenwahl 2006 (in %)